Lungenkrebs: Spontanheilung auf der Insel der Hundertjährigen

Was hier passiert ist, darf nach medizinischer Lehrmeinung eigentlich gar nicht wahr sein, nämlich dass Herr Stamatis im Januar 2015 100 Jahre alt wurde. Schließlich hätte aber schon längst im Grab  liegen müssen. Und zwar seit Jahrzehnten. Schließlich ist es schon 45 Jahre her, dass die Ärzten in USA den damals 55-Jährigen Herr Stamatis wegen der Diagnose fortgeschrittener Lungenkrebs als Patient aufgegeben hatten. In den 1960ern bekam der Kettenraucher mit drei Pack Zigaretten pro Tag  immer mehr Atemnot, baute körperlich ab und war zum Arzt gegangen. Diagnose Lungenkrebs.

Diagnose Lungenkrebs: Nur noch sechs bis neun Monate bis zum Tod

Um bei der Diagnose sicher zu gehen, besuchte Herr Stamatis vier verschiedene Ärzte hintereinander Das Ergebnis war eindeutig, die Ärzte gaben Stamatis nur noch sechs bis neun Monate zu leben. Die Schulmedizin war mit Herrn Stamatis fertig.

Nach diesen Aussichten schlug Herr Stamatis seiner Frau vor: Lass uns zusammen auf meine Heimatinsel Ikaria in Griechenland zurückkehren, um dort Wein zu trinken und auf den Tod zu warten. Zusätzlich konnten sie so auch 1.000 Dollar Begräbniskosten in den USA einsparen. Das war in den 1960er Jahren noch recht viel Geld.

Wie aus dem Krebstod dann doch nichts wurde

Nach ihrer Ankunft in Ikaria bezogen sie zusammen mit den Eltern von Stamatis ein Haus mit 8.200 qm Gartenland. Stamatis war bettlägrig. Er sah sein Ende nahen und fand wieder zu seinem Glauben zurück. Er humpelte er  jeden Sonntag zum Gottesdienst in die nahe gelegene Kapelle. Dort war sein Großvater einmal griechisch-orthodoxer Priester gewesen.

Foto Armenista auf Ikaria, Griechenland. Von Cetonia CC BY-SA 3.0
Armenista auf Ikaria, Griechenland. Von Cetonia CC BY-SA 3.0

Als seine alten Freunde aus der Kindheit mitbekamen, dass Stamatis wieder nach Ikaria zurückgekehrt war, besuchten sie ihn regelmäßig. Man redete viele Stunden miteinander und brachten ihm den lokalen Wein mit, an dem er den ganzen Tag nippte. Sein Motto war: Warum soll ich nicht Wein trinken, ich kann doch auch glücklich sterben.

Irgendwie  geschah mit ihm eine Art Wunder. Herr Stamatis fühlte sich von Monat zu Monat langsam besser. So stand er nachmittags aus seinem Bett auf, um durch den Garten und den Weinberg zu schlurfen. Dann fing er sogar an, im Garten für die Familie Gemüse anzubauen. Wobei er zunächst davon ausging, dass er selbst die Gemüseernte  nicht mehr erleben würde.

Sechs Monate vergingen. Und er war noch immer  nicht gestorben. Danach erntete er nicht nur die angebauten Kartoffeln, die grünen Zwiebeln, den Knoblauch und die Karotten. Sondern bearbeitete jetzt sogar auch noch den Weinberg. Als es Stamatis immer besser ging, stellte er sich auf die lokal übliche Tagesroutine der Insel um. Er stand morgens spät auf, arbeitete bis nachmittags im Garten, machte danach ein Nickerchen machen und trank abends mit den Freunden zu Hause oder in der Taverne Wein und spielte bis nach Mitternacht Domino.

Warum sein Krebs verschwunden ist, weiß Stamatis. Nach vielen Jahren sei er wieder nach Amerika gekommen, wo seine drei Kinder leben. Damals wollte er  seine früheren Ärzte wegen seines Lungenkrebses befragen. Die wären aber schon verstorben gewesen.

2013 hat der 98-jährige Stamatis der BBC in seinem kleinen Olivenhain auf Ikaria ein Interview (ansehen!) gegeben. Dort pflegt als aktiver Kleinbauer und Selbstversorger seine 200 Olivenbäume. Zusätzlich produziert er jährlich 700 Liter Wein:

Mehr über das Leben von Stamatis findet sich auf Seite 228 ff in dem insgesamt spannenden Buch „The Blue Zones“ (amzn, engl.) des Wissenschaftsautors Dan Buettner. Er war einer aus dem Team von Altersforschern, die fünf weltweit ausgesuchte Nischengesellschaften erkundeten, die durch die Langlebigkeit der Menschen besonders auffielen. Dazu gehörte auch Ikaria. Dort werden die Menschen durchschnittlich mehr als 10 Jahre älter werden als im europäischen Durchschnitt. Unter den Langlebigen auf der Insel hatte das von Geo gesponserte Team auch die besondere Geschichte von Herrn Stamatis entdeckt. Das hatte dann wiederum beim BBC Interesse geweckt.

Fazit

Nachdem Spontanheilungen bei Krebs jahrzehntelang durch die herrschende Medizin geleugnet wurden, werden solche „Wunder“ heute zwar als möglich angesehen. Aber während bei bösartigem Hautkrebs eine Spontanremission in 400 Fällen vorkommt ist sie bei Lungenkrebs extrem selten.

Ich vermute, dass sich diese Spontanheilung bei Stamatis durch den besonderen Lebensstil auf Ikaria erklärt, der dort so viele Einheimische gesund und arbeitsfähig uralt werden lässt: Dazu gehören der topfrische gesunde Ernährungsstil (echte Mittelmeerdiät direkt aus dem Garten inklusive Wildkräuter – ohne Spritzmittel, Kunstdünger, Industrie und mit nur wenig tierischen Proteinen), tägliche intensive Bewegung in der sauberen Seeluft einer bergigen Insel, in der Arbeit als Selbstversorger im eigenen Garten, der Glauben an Gott, der intensive Austausch mit Freunden, Nachbarn und Familie und dem einfachen Leben ohne ‘modernen’ Zeit- und Leistungsstress.